Willkommen bei der Gehörlosenseelsorge
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Die Welt, in der wir leben,
die Dinge, die wir sehen,
unsere Gedanken und Gefühle,
Arbeit, Geldverdienen und Freizeit:
Das ist nicht alles.
Und es ist nicht das Wichtigste.

Es gibt eine andere Wirklichkeit
mitten in dieser Welt
aber nicht an der Oberfläche:
Eine Wirklichkeit voller Frieden,
Leben und Klarheit.

Diese Wirklichkeit können wir nicht sehen,
anfassen und beweisen.
Aber diese Wirklichkeit gibt Kraft und Sinn.
Es ist gut, dass wir leben.


Diese Wirklichkeit hat keinen Namen.
Seit Jahrtausenden sagen Menschen:
Das ist Gott.
Erfahrungen von Gott finden wir in der Bibel.
Wir sprechen über diese Erfahrungen mit
Worten und Gebärden.

Darum feiern wir
Gottesdienste in Deutscher Gebärdensprache.
Darum treffen wir uns
zu Veranstaltungen, Festen und Reisen.
Darum fordern wir
Verständnis für einander
Verständnis für Gehörlose
Anerkennung der Gebärdensprache
Wir arbeiten für Gerechtigkeit, Frieden
und die Bewahrung der Schöpfung.

 

Roland Krusche

 

 

 

Selbstverständnis

 

Gehörlosenseelsorge ist gebärdensprachlich orientierte Gemeindearbeit. Sie besteht aus Verkündigung, Seelsorge, Diakonie und Bildungsarbeit. Die Kommunikationsform der Gemeinde ist die Gebärdensprache.
Gehörlosenseelsorge ist:
-
Gehörlosengemeinschaft in der Kirche
- Kirche in der Gehörlosengemeinschaft.
Sie vertritt die Interessen der evangelischen Gehörlosen in der Kirche und in den
Selbsthilfeorganisationen der
Gehörlosengemeinschaft.

Unsere Angebote

- Gottesdienste in Gebärdensprache

- Taufen, Trauungen, Beerdigungen von gehörlosen Menschen

- Konfirmanden- und Religionsunterricht

- Seelsorge und Beratung für Gehörlose und ihre Angehörigen (Sprechstunden, Hausbesuche)

- sozialdiakonische Angebote

- gemeindliche Gruppenangebote

- Veranstaltungen, z.B. Vorträge, Feste, Ausflüge

- Informationen und Vorträge für Hörende

Gehörlos

Ungefähr jeder tausendste Mensch in Deutschland ist gehörlos. Gehörlose Menschen nehmen die Welt vorwiegend mit den Augen wahr; sie verarbeiten etwa doppelt so viele visuelle Eindrücke wie hörende Menschen. An der alltäglichen Kommunikation in der Lautsprache können gehörlose Menschen nur sehr eingeschränkt teilnehmen. Die Sprache der Hörenden müssen sie von den Lippen absehen. Nur etwa ein Drittel der Laute ist dabei eindeutig zu erkennen, der Rest muss erraten werden. Darum verlangt die Verständigung mit Hörenden hohe Konzentration; und was in der Stimme neben den Worten mitschwingt, das entgeht den Gehörlosen.

Gebärdensprache

Untereinander verständigen sich Gehörlose in der Gebärdensprache. Handzeichen, Mimik und Körpersprache zusammen bilden eine vollständige Sprache, in der sich gehörlose Menschen unbehindert und entspannt über alle Themen des Lebens austauschen können. Gebärdensprachen sind national verschieden. In Deutschland ist die Gebärdensprache seit 2002 als eigenständige Sprache anerkannt.

Übrigens: Gehörlose Menschen verständigen sich nicht nur in der Gebärdensprache; sie haben auch mit viel Mühe sprechen gelernt. Sie sind sehr kommunikativ – und nicht stumm. Deshalb empfinden sie das Wort „taubstumm“ als diskriminierend.